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Da lief ich los. Also ich stieg am Flughafen in eine Metro und fuhr bis Christianshaven. Mein Ziel war von dieser Halstestelle aus der von Hippies gegründete und durch die Jahrzehnte gewanderte "Freistaat Christiania". Ich kam am Morgen, und das Gebiet schlief. Das wichtigste war den Leuten, dass man keinen Drogenhandel fotografierte. Also es gab den Versuch eines Fotoverbotes. Es gab gute Graffiti dort und holperige Underground-Skulpturen. Es gab Verkaufsversuche von irgendwas an Touristen. Schön ist, dass und wie lange schon dieses Gebiet in Kopenhagen toleriert wird. Es hat aber derzeit keine Sprengkraft. Christiania bietet nicht mehr und ein vergleichbares Profil wie Interimsnutzungen von kaputten Gebäuden in kaputteren Ländern.

Kaputtere Länder? Ja, Dänemark erscheint mir auf die Weise heil, wie die Schweiz heil zu sein scheint: Kleine Länder, die wissen, dass sie nicht wachsen können. Länder, die schon seit vielen Generationen eine Nachhaltigkeit in ihrer Planung und in ihrem Dasein betreiben, wie sie die Welt politisch überwiegend vermissen lässt. Dänemark, wie es mir in Kopenhagen begegnete, erscheint mir korrekt heil. Es begegnete mir geduldig, etwas humorvoll, fast schön, allerdings ziemlich langweilig. Die Schweiz ähnelt eher einem verbissenen Zwerg im Berg.

Christiania nun nochmal: Ich halte es für so bedeutsam wie die Freiheitsstatue in New York. Also für gestisch groß, politisch aber bedeutungslos.

Da kam ich hin: