Sieben Nächte lang guckt mich dieser Afro-Krausen-Junge im Hotelzimmer an und zeigt einen Strauß weißer Blüten. Also Freud wüsste, was er an dem Bild zu deuten hat... Ich denke, ich habe noch nie in einem so teuren Hotel gewohnt. Abends, beim Wireless-Lan-Surfen in der "Bar", beim Trinken der im Preis enthaltenen Tees an dieser Bar, stelle ich meine Tellerchen mit Bollo (Süßigkeit), Croissant und Obstrest anfangs noch irgendwo hin. Zu sehr bin ich diesen Selbstbedienungs-Service der Jugendherberge gewohnt. Man soll hier alles stehen lassen. Die Sklavin huscht herbei und räumt weg, wenn man fortgegangen ist.

Ein Bad aus schwarzem Marmor und Glas zu nutzen führt zu einer optischen Orgie - solange die Putzfrau sich um dieses Glas kümmert. Kein Kleckern ohne Spuren... Als ich ein Zehntel des Shampoos verbrauche, wird gleich die Tube ausgetauscht. Sogar Zahnbürste und Kamm liegen als Wergwerfmodelle bereit - Dinge, die eine Hotel-Kategorie drunter eben noch mitgebracht werden müssen. Die Seife ist ein runder weißer Ball - ein Glitschding, dass von der Form her optimal wegrollt... Das sonstige im Zimmer hat aber seine Logik. Quadratisch-geniales Styling, auch die Farbgebung gefällt mir.

Im Internet wurde die kostenfreie Minibar des Hotels gelobt - jaja, das ist alles in den ganz vielen Euros drin, die hier die Nacht kostet. Getadelt wurde das französische Bett, das für zwei dicke Touristen Stress wäre. Haben sie geändert - bei mir sinnloser Weise. Ich habe ein komplettes Doppelbett als Einzelner. Und im Internet berichteten zwei Besucher unabhängig voneinander von einer kaputten Klima-Anlage in diesem Hotel. Meine Anlage kühlte - das war vermutlich dann auch meine erste Wohn-Räumlichkeit mit Klimaanlage. Damit ich wegen Kälte oder Hitze murre, braucht es eigentlich unter 5 oder über 40 Grad.

Die Jalousie klappert die halbe Nacht, als tobe draußen Sturm. Nach vier Tagen entdecke ich den Grund: Tauben übernachten auf meinem Fenstersims. Also muss ich die Jalousie taubenhoch offenlassen. Die Schlussfotos zeigen das Wandern der Sonne auf dem Gebäude-Gemisch gegenüber, und meine touristischen Trophäen bis Samstag abend. Dem Toledo-Don-Quijote-Shirt gesellte sich am Sonntag noch ein Zebra-Shirt vom Rostra-Flohmarkt hinzu. Und ein Flamenco-Poster kaufte ich dort. Insgesamt also karge aber deutliche Souvenirs. Plus Billets, Werbung, was der Tourist so sammelt.

Mit diesen Bildern beende ich meine Dia-Schau von Madrid. Dia-Schau? Ja, mitsamt den Reden über den Bildern könnten wir bis hierhin eine satte Stunde im klassischen Reisevortrags-Stil durchwandert haben, mit Fotos, die stets den ganzen Bildschirm füllen. Denn alle Fotos waren waagrecht. Nun geht es noch weiter mit zwei "senkrechten Ergänzungen".

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