Touristisch unterwegs, um die Feinheiten des digital unterstützten Daseins zu erproben... Klar bin ich in "Madrid". Aber irgendwo bin ich übergreifend unterwegs mit digitalen Medien und schaue: Was nutze ich wann wo wie warum? Jeder kann im Jahr 2010 tausend Fotos in guter Auflösung bei einem Rundgang schießen, sie aus der Kamera in den Laptop entladen, und leer ist das Gerät wieder. Man braucht zwei Sätze Batterie-Akkus für den Fotoapparat, die über Nacht laden. Alles rund und schnell soweit. In solche dokumentarische Flut hatte ich in früh-digitaler Grobauflösung schon in Rom 2003 hineingelauscht. Nun aber, auf dieser Madrid-Homepage, kann ich auf Zuruf theoretisch jedes Bild als Poster ausdrucken - zumindest laut Werbung der Digitalgerätverkäufer...

Aber wann zum Teufel mustere ich diese tausend Fotos durch? Und wem drücke ich das Fotografierte eigentlich je aufs Auge? Solange Klassen reisen, ist die eigene Schule eine nette Zielgruppe. Aber Madrid jetzt? Ich glaube, ich habe Kunst gesucht. Passiv in Museen und Bauten, aktiv als Fotograf.

Im Moment haben wir Montag den 16.8.2010. Mein Reiseführer hatte behauptet, anders als die meisten Madrider Museen wäre der Prado Montags offen. Denkste, Merian. Mein Museumsbesuch scheitert. Ich schlendere (einschließlich Metro-Fahrt) zum Hotel zurück, schieße ein paar "letzte" Fotos. Und von 15 bis 23 Uhr nun werkele ich, noch mitten in Madrid, an der Erstellung dieser Homepage mit 375 Fotos: 5 Tage Madrid liefern rein rechnerisch Bilder für 1 Jahr täglichen Bildabreißens. .....

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